Lieferantensegmentierung
Gruppierung von Lieferanten nach Wert und Risiko, damit Managementaufwand und Beziehungstyp ihrer strategischen Bedeutung entsprechen.
Definition
Die Lieferantensegmentierung klassifiziert die Lieferantenbasis, oft anhand von Ausgaben- und Beschaffungsrisikoachsen (Kraljic-Stil), in Kategorien wie strategisch, Hebel, Engpass und Routine. Das Segment bestimmt den Beschaffungsansatz, den Vertragstyp und die Beziehungsintensität, damit knappe Beschaffungsaufmerksamkeit dorthin geht, wo sie den größten Wert schafft.
Beispiel
Ein Alleinlieferant im Engpasssegment erhalt einen Kontinuitätsplan und Pufferbestand, während routinemaessiges Büromaterial in einen Selbstbedienungskatalog verschoben wird.
Warum dies ein Geschäftsrisiko ist
Die identische Behandlung aller Lieferanten verschwendet Beschaffungskapazitat für Beziehungen mit geringem Wert, während kritische Abhängigkeiten unzureichend gesteuert werden. Ein strategischer Alleinlieferant, der ausfällt oder schlecht gemanagt wird, kann die Produktion stoppen, doch Organisationen ohne Segmentierung entdecken dieses Risiko oft erst, wenn eine Störung bereits im Gange ist.
So gehen Sie damit um
- Lieferanten in einer Ausgaben-versus-Risiko-Matrix eintragen und jedem ein Segment zuweisen, bevor Governance-Aufwand verteilt wird.
- Fur jedes Segment einen eigenstandigen Managementansatz definieren: strategische Lieferanten erhalten regelmäßige Fuhrungsbeurteilungen, Routinelieferanten einen Katalog.
- Segmentierung mindestens jährlich aktualisieren und immer dann, wenn sich Ausgabenmuster oder Beschaffungsrisiken wesentlich ändern.
- Notfallplane und alternative Lieferanten für Engpass- und strategische Segmente aufbauen.
- Segmentierungsergebnisse nutzen, um Vertragstyp und Laufzeit festzulegen und das Engagement an die strategische Bedeutung anzupassen.
Häufig gestellte Fragen
Häufige Fragen zu diesem Begriff.