Freistellungsklausel
Eine Partei erklärt sich bereit, bestimmte Verluste, Ansprüche oder Drittverbindlichkeiten der anderen Partei zu übernehmen.
Was es ist
Eine Freistellung ist das Versprechen, die andere Partei für definierte Verluste zu entschädigen, oft Drittansprüche aus IP-Verletzungen, Datenpannen oder Fahrlässigkeit. Sie verlagert das Risiko vertraglich über das allgemeine Schadensersatzrecht hinaus.
Warum es wichtig ist
Freistellungen gewähren einen direkten, oft weitreichenderen Anspruch als gewöhnlicher Vertragsschadenersatz und regeln, wer Drittrechtsstreitigkeiten kontrolliert und bezahlt. Ihr Umfang und ihre Obergrenzen können den Vertragswert übersteigen, daher ist präzise Formulierung unerlässlich.
So wenden Sie sie an
- Definieren Sie genau, welche Verluste und Ansprüche abgedeckt sind und welche Ausnahmen gelten.
- Legen Sie das Verfahren fest: unverzügliche Mitteilung, Kontrolle der Verteidigung und Mitwirkungspflicht.
- Entscheiden Sie, ob die Freistellung begrenzt ist oder außerhalb der Haftungsgrenze liegt.
- Verpflichten Sie die freigestellte Partei, den Schaden zu mindern und kein Haftungseingeständnis abzugeben.
Beispielformulierung
Der Lieferant stellt den Kunden von allen Drittansprüchen, Verlusten und angemessenen Rechtskosten frei, die aus der Verletzung von Immaterialgüterrechten durch den Lieferanten entstehen.
Verhandlungstipps
- • Die freistellende Partei sollte eine Obergrenze anstreben und die eigene Fahrlässigkeit der anderen Partei ausschließen.
- • Die freigestellte Partei sollte IP- und Vertraulichkeitsfreistellungen unbegrenzt halten.
Häufige Fehler
- • Unbegrenzte Freistellungen ohne Obergrenze, die eine Partei einer verheerenden Haftung aussetzen.
- • Kein Verteidigungskontroll- oder Mitteilungsmechanismus, was zu Streitigkeiten während laufender Verfahren führt.
Rechtsquellen
- BW 6:74 Schadensersatz bei Nichterfüllung Niederländisches Recht
- Unterschied Freistellung vs. Gewährleistung (allgemeine Lehre)
Sofern nicht anders angegeben, beziehen sich die Quellen auf Niederländisches Recht (Burgerlijk Wetboek, das niederländische Bürgerliche Gesetzbuch); EU-Instrumente wie die DSGVO gelten in der gesamten EU. Dies sind allgemeine Informationen und keine Rechtsberatung. Andere Rechtsordnungen behandeln diese Konzepte anders. Überprüfen Sie den aktuellen Text und Ihre Situation mit einem qualifizierten Anwalt.
Häufig gestellte Fragen
Häufig gestellte Fragen zu dieser Klausel.