Open-Book-Vertragsgestaltung
Ein Vertragsmodell, bei dem der Lieferant seine tatsächlichen Kosten und Margen offenlegt und so transparente Preisgestaltung ermöglicht.
Definition
Die Open-Book-Vertragsgestaltung verpflichtet den Lieferanten, seinen zugrunde liegenden Kostenaufbau und die vereinbarte Marge zu teilen, damit der Käufer den Preis prüfen und gemeinsam Einsparungen verfolgen kann. Sie passt zu langfristigen, vertrauensbasierten Beziehungen und Cost-plus-Vereinbarungen, hängt aber von soliden Prüfungsrechten und klaren Kostendefinitionen ab.
Beispiel
Ein Bauauftraggeber und Auftragnehmer vereinbaren Open-Book-Preisgestaltung, damit Materialpreisrückgänge direkt weitergegeben werden.
Warum dies ein Geschäftsrisiko ist
Open-Book-Vereinbarungen funktionieren nur, wenn die Prüfungsrechte ausgeübt werden und Kostendefinitionen eng sind. Ohne diese kann ein Lieferant Kosten kreativ klassifizieren, um die erstattungsfähige Basis aufzublähen. Das Modell schafft auch Abhängigkeit: Beide Parteien investieren in gemeinsame Prozesse, was einen Ausstieg bei Verschlechterung der Beziehung kostspielig macht.
So gehen Sie damit um
- Vor der Unterzeichnung genau festlegen, welche Kosten erstattungsfähig sind und welche innerhalb der vereinbarten Marge fallen.
- Ein solides Prüfungsrecht aushandeln, das die Inspektion der Kostenaufzeichnungen des Lieferanten mit angemessener Vorankündigung erlaubt.
- Das Prüfungsrecht regelmäßig ausüben, nicht nur wenn ein Streit entsteht.
- Einen Gewinnbeteiligungsmechanismus einbauen, damit der Lieferant angereizt wird, Effizienzpotenziale zu finden, statt Kosten treiben zu lassen.
- Klare Ausstiegsregelungen aufnehmen, damit die Vereinbarung ohne unverhältnismäßige Kosten aufgelöst werden kann, wenn die Leistung nachlasst.
Häufig gestellte Fragen
Häufige Fragen zu diesem Begriff.